Den eigenen Energieverbrauch im Blick

Die Stadtwerke Dingolfing führen zum zweiten Mal ein internes Energieaudit durch

 

Schon im Jahr 2015 wurde für die Stadtwerke Dingolfing GmbH in Zusammenarbeit mit dem Energieberater Norbert Fitz ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 erstellt. Ziel des Audits ist es, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu finden und den Energieverbrauch zu minimieren. Nach vier Jahren wurde nun im November 2019 abermals ein Energieaudit durchgeführt, wobei die Verbesserungsmöglichkeiten aus dem vorherigen Audit besprochen und neue Ansätze geprüft wurden.

 

Energieaudit - Fitz, Maidl, Bauer
Energieberater Norbert Fitz (Links im Bild) überreicht das Zertifikat an den technischen Geschäftsführer der Stadtwerke Dingolfing, Josef Maidl (Mitte). Intern betreut wurde das Energieaudit von Klimaschutzmanager Tobias Bauer (Rechts im Bild).

 

Zunächst wurden die einzelnen Gebäude und Standorte der Stadtwerke betrachtet und besichtigt. Dazu zählen unter anderem das Verwaltungs- und das Werkstattgebäude, das Biomasseheizwerk, die Trafostationen sowie die Wasserversorgung in Dingolfing. Die zugehörigen Energieverbräuche wurden aufgelistet und untereinander verglichen. Dabei wurde analysiert, wie sich der Verbrauch im Vergleich zu den Werten des 2015 durchgeführten Audits verändert hat.


Ein besonderer Fokus lag 2015 bei der Trinkwasserversorgung in Dingolfing. Diese wird von den Stadtwerken Dingolfing mithilfe von sieben Brunnen, zwei Zwischenpumpwerken, zwei Druckerhöhungen und zwei Hochbehälterstandorten im Stadtgebiet, sowie einer externen Wasserversorgung aus Daibersdorf sichergestellt. Die damals noch größtenteils alten Pumpen benötigten zur Förderung des Tiefengrundwassers besonders viel Energie, weshalb diese in den letzten Jahren durch neue, energieeffizientere Pumpen ersetzt wurden. Im Vergleich zum Jahr 2014 konnte der Energieverbrauch der Pumpwerke dadurch bis 2018 um 11 Prozent verringert werden. Dennoch wird weiterhin fast die Hälfte des Stromverbrauchs der Stadtwerke Dingolfing GmbH für die Wasserversorgung benötigt.


Auch das Biomasseheizwerk zählt mit über einem Viertel des Gesamtstromverbrauchs zu den relevanten Verbrauchern der Stadtwerke. Das Heizwerk beliefert Caprima, Bürgerheim, Rathaus, Gymnasium, Realschule und viele weitere öffentliche und private Gebäude mit inzwischen 21.000 MWh an regenerativer Wärme pro Jahr. Auch die Stadtwerke selbst sind an dieses Fernwärmenetz angeschlossen. Schon beim Bau der Anlage wurde ein besonderer Wert auf die Energieeffizienz gelegt. Der Strom wird mitunter für die Förderung der Hackschnitzel, den Betrieb der beiden Biomasseheizkessel (insgesamt 6.500 kW), für den Betrieb der Netzpumpen, sowie für die umfangreiche Reinigung des Abgases benötigt. Durch die stetige Ausweitung des Fernwärmenetzes und den Anschluss neuer Gebäude stieg der elektrische Energiebedarf des Heizwerks 2018 im Vergleich zu 2016 um knapp 14 % an. Hingegen konnte der thermische Wirkungsgrad der Kessel in diesem Zeitraum um 7 Prozentpunkte verbessert werden.


Auch die Verwaltungs- und im Werkstattgebäude der Stadtwerke Dingolfing wurden betrachtet. Hier wurde die Beleuchtung optimiert und an geeigneten Stellen weiter durch LED-Beleuchtung ersetzt. Der Stromverbrauch in der Verwaltung sank durch diese und weitere Maßnahmen seit 2016 um fast 13 %. Zusätzlich nahm man den internen Fuhrpark unter die Lupe. Besonders für die innerstädtischen Einsätze waren die alten Dieselfahrzeuge eher ungeeignet. Stattdessen boten sich für den Stop-and-go-Verkehr und die kurzen Fahrstrecken Elektrofahrzeuge an. Im Rahmen dessen wurden bisher drei Transporter durch elektrische Alternativen vom Typ Renault KANGOO Z.E. ersetzt. Außerdem schaffte man sich in der Verwaltung einen BMW i3 und einen BMW 2er Hybrid an. In Kombination mit einer Aufklärung der Mitarbeiter zum Thema „Spritsparen“ konnte der Kraftstoffverbrauch von 2016 bis 2018 um etwa 9 % verringert werden.


Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke Dingolfing im Stadtgebiet inzwischen 22 Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden. Durch die betriebseigenen PV-Anlagen und dem zusätzlichen Stromertrag aus dem BHKW erzeugen die Stadtwerke Dingolfing bilanziell inzwischen schon mehr als 80 Prozent ihres Gesamtstrombedarfs selbst. Ein weiterer Ausbau der Photovoltaik-Anlagen mit dem Ziel der 100-prozentigen Deckung des betriebsinternen Strombedarfs ist in den nächsten Jahren vorgesehen. Betrachtet man auch andere EEG-Produkte, wie beispielsweise die Windparks, an denen die Stadtwerke Dingolfing beteiligt sind, so werden jetzt schon weit über 100 Prozent des betriebseigenen Strombedarfs regenerativ erzeugt.


Als Fazit lobte Norbert Fitz im Rahmen des Audits die bisherigen Bestrebungen und die Arbeit der Stadtwerke Dingolfing und zeigte sich besonders erfreut über die umfangreiche interne Dokumentation der Energieverbräuche. Diese stellten ein brauchbares Werkzeug dar, um auch zukünftig noch energieeffizienter zu werden und weitere Maßnahmen für Einsparungen zu treffen.

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