Gutes Klima an der Realschule Dingolfing

Gutes Klima für die Schule

Klimaschutzmanager Tobias Bauer experimentiert zusammen mit Realschülern

 

Am 13. und 20. Januar war der Klimaschutzmanager der Stadt Dingolfing Tobias Bauer als Gastlehrer im Wahlfach „Experimentieren“ an der Herzog-Tassilo-Realschule. Mit dabei hatte er Experimentierkoffer der Stadtwerke Dingolfing mit vielen verschiedenen Versuchen rund um das Thema erneuerbare Energien.

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Einführend wurde im Klassengespräch über den vor allem in den vergangenen Jahren immer deutlicher sichtbar werdenden Klimawandel und dessen Folgen am Beispiel der Brände in Australien, dem Abschmelzen der Polkappen, dem fehlenden Schnee bei uns im Winter und regionalen Extremwetterereignissen, wie Starkregen mit großflächigen Überschwemmungen, Dürren und Temperaturrekorde im Sommer diskutiert. Ursache dafür ist die globale Erwärmung infolge der starken Zunahme an Treibhausgasen in unserer Atmosphäre. So ist dort insbesondere die Konzentration an Kohlendioxid seit dem Beginn der Industrialisierung drastisch angestiegen. Treibhausgase entstehen bei nahezu allen energieintensiven Prozessen, vor allem bei Verbrennungsvorgängen wie zum Beispiel im Straßenverkehr, in Kraftwerken und Heizungsanlagen, aber auch durch unser Konsumverhalten. Als Maßnahmen gegen eine weitere Erderwärmung und für den Klimaschutz lernten die Schüler somit allgemein einen sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen und eine Energieerzeugung, die zumindest zu keiner zusätzlichen Freisetzung von Treibhausgasen führt, die also CO2-neutral oder besser noch CO2-frei ist. Vor allem die erneuerbaren Energieträger wie Sonnenenergie, Wasserkraft, Windkraft, aber auch Biomasse wie etwa Holz zeichnen sich dadurch aus.


Dazu führten die überwiegend aus den 5. Klassen stammenden Schüler Experimente mit den Geräten aus den mitgebrachten Energiekoffern durch. So schlossen sie zunächst an einen Elektromotor ein kleines Photovoltaik-Modul an, das bei Beleuchtung elektrische Energie erzeugte und den Elektromotor zum Drehen brachte. Bei geringerer Helligkeit drehte er sich langsamer, woraus die Schüler folgerten, dass damit nachts kein und im Winter wenig Strom erzeugt wird.


Anschließend führten sie Versuche mit einem Windrad durch, welches bei Betrieb ebenfalls elektrischen Strom erzeugte, aus dem ein angeschlossener Piezosummer einen Ton machte. Aus den gezeigten Bildern von Offshore-Windparks in der Ostsee wurde ihnen aber sofort klar, dass die großen Windräder für Vögel ein Hindernis darstellen.


Grundsätzlich stellt sich bei allen erneuerbaren Energieträgern das Problem, dass die Erzeugung von Energie oft nicht mit deren Nachfrage übereinstimmt. So erzeugen Photovoltaik-Anlagen im Sommer etwa sehr viel elektrische Energie, die aber nicht unmittelbar benötigt wird und daher gespeichert werden sollte. Die Schüler lernten zunächst einige Möglichkeiten der Energiespeicherung kennen, etwa in Akkumulatoren und Pumpspeicherkraftwerken oder als gasförmigen, brennbaren Wasserstoff. Im Versuch erzeugten sie mit Handgeneratoren elektrischen Strom und leiteten diesen in kleine Tanks, in denen Wasser durch Elektrolyse in die beiden Gase Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wurde. Die Tanks waren mit einer Brennstoffzelle verbunden, welche diese beiden Gase wieder zu Wasser vereinigte. Dabei entstand elektrischer Strom, mit dem ein von einem Elektromotor betriebenes Spielzeugauto, ein sogenanntes Wasserstofffahrzeug, angetrieben wurde. Für die Schüler war somit klar, dass Wasser das Benzin der Zukunft sein könnte.


Über die gesamte Veranstaltung hinweg zeigten die Schüler ein sehr großes Interesse und enorme Sachkenntnis, die sie nach jedem Experimentierblock rege in die ergebnissichernden Unterrichtsgespräche mit Herrn Bauer einbrachten. Darüber hinaus hatten sie sichtlich große Freude an der Arbeit mit den Energiekoffern der Stadtwerke Dingolfing und zeigten einen enormen Ehrgeiz beim abschließenden Wettrennen der Wasserstofffahrzeuge. In jedem Fall wurden sie dafür sensibilisiert, dass der Klimaschutz eins der bedeutendsten Zukunftsthemen ist, er durch erneuerbare Energien besser gewährleistet werden kann und jeder durch sein Verhalten viel dazu beitragen kann.


Weiterhin zeigte sich, dass die Energiekoffer auch für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen für die Anfertigung ihrer vorgeschriebenen Projektarbeiten ein großer Gewinn sind und im Rahmen des regulären Unterrichts in den 8. und 10. Klassen beim Thema Energie sehr sinnvoll eingesetzt werden könnten können.

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